Bürger­hospital ist Mitglied in der Initiative Qualitätsmedizin

Seit dem vergangenen Jahr ist das Bürger­hospital Frankfurt Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin, kurz IQM. Nun veröffentlichte das Krankenhaus bereits vorzeitig seine IQM-Qualitätsdaten auf seiner Internetseite. Diese werden im Rahmen der Mitgliedschaft für alle relevanten Krankheitsbilder aus Routinedaten erhoben und dienen als Benchmark. Die Ergebnisse stammen aus dem Vergleich von über 400 Kliniken in Deutschland und der Schweiz, die sich der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Die Mitgliedshäuser nutzen den IQM-Benchmark für ihr aktives Qualitätsmanagement.

„Damit gehen wir freiwillig weit über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen zur Qualitätssicherung hinaus und setzen im Interesse bester Medizin und größtmöglicher Patientensicherheit Maßstäbe. Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zukommen zu lassen“, so Wolfgang Heyl, einer der beiden Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH. Dies beinhaltet auch die regelmäßige Information der Öffentlichkeit über die medizinischen Qualitätsergebnisse und den fachlichen Austausch mit Experten. „Die IQM-Daten zur Ergebnisqualität belegen unsere Stärken, zeigen aber auch, wo Optimierungspotenzial besteht.“

Die Initiative Qualitätsmedizin legt jährlich die Aufgreifkriterien zu verschiedenen Krankheitsbildern fest. Weicht der Benchmark-Wert bei einem Krankheitsbild vom Durchschnitt ab, wird ein Peer Review-Verfahren des IQM eingeleitet. Dieses setzt auf den interdisziplinären und interprofessionellen Fachaustausch zwischen IQM Mitgliedskliniken. Ausgebildete und erfahrene Chefärzte und leitende Pflegekräfte aus anderen Mitgliedshäusern, jedoch aus der gleichen Fachdisziplin, setzen sich mit dem Chefarzt der Klinik, in der die Abweichung aufgetreten ist, und dessen leitenden Mitarbeitern an einen Tisch. Gemeinsam analysieren sie Fallakten von Patienten aus auffälligen Qualitätsergebnissen auf vorhandenes Verbesserungspotenzial in den Behandlungsabläufen und Strukturen der Klinik. Ziel ist es, etwaige Schwachstellen zu identifizieren und gemeinsam vor Ort Maßnahmen zur Behebung zu erarbeiten.

„Das Peer Review-Verfahren hat gezeigt, dass von dieser Maßnahme nicht nur wir profitieren, sondern auch die Kollegen, die uns besuchen“, erläutert Chefarzt Dr. med. Henry Schäfer. „Durch den kollegialen Austausch konnten wir neue Impulse gewinnen, die uns helfen, unsere Behandlungsqualität noch weiter zu verbessern.“ Die Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Intensivmedizin von Dr. Schäfer hatte Ende August ein IQM Peer Review- Verfahren durchlaufen. Grund war eine Abweichung im Bereich der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Der Chefarzt, dessen Klinik auf Lungenerkrankungen und Beatmungs­ent­wöhnung spezialisiert ist, ist mit dem Ergebnis des Review-Verfahrens zufrieden. Er sieht jedoch auch die Grenzen des Benchmark-Vergleichs. „Nach Durchsicht und Auswertung der Akten haben uns die ärztlichen und pflegerischen Peers einen sehr hohen Grad der Versorgungsqualität bescheinigt. Das aufgezeigte Verbesserungspotenzial setzen wir gerne um. Im Rahmen der Analyse wurde jedoch auch deutlich, dass die reine IQM-Statistik, die auf dem DRG-System basiert, nicht alle Indikatoren abbilden kann. So konnte in unserem Fall nicht berücksichtigt werden, dass wir überdurchschnittlich viele, besonders schwerkranke Patienten behandeln. Dennoch erachte ich das System als sinnvoll. Schließlich hilft es uns, uns noch weiter zu verbessern.“

Dr. Schäfer selbst hat seine Ausbildung zum Peer kürzlich abgeschlossen. Sein erster Einsatz in einer Lungenklinik in Nordrhein-Westfalen steht im Oktober bevor.

 

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